Rosa Schminktisch
a Beauty blog

Ein Neustart - ich höre auf.

Freitag, 5. August 2016

Lange, viel zu lange, war es still um mich geworden.
Das hatte viele Gründe, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.
Das Bloggen war lange ein Teil von mir , ein Hobby und eine Leidenschaft, die mich mehrere Jahre begleitet hat.
Mittlerweile kann ich mich aber nur noch wenig mit der Beautywelt identifizieren. Ich habe das Gefühl , es geht vielen weniger um die Freude am Schminken, als darum möglichst viel zu bekommen und zu besitzen.
Ich habe mich über jeden neuen Leser gefreut - aber irgendwann ist der Fokus verrückt.
Mein Fokus lag auf Traffic, Leserzahlen und darauf, mit den anderen Bloggern "mithalten" zu können. Wenn ich mittlerweile sehe, was ich und andere Blogger monatlich an Zeug gekauft haben, wird mir ehrlich gesagt leicht schlecht.
Da wurden locker hunderte Euro vernichtet, nur um auf dem Blog ein tolles neues Produkt zeigen zu können.
Ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren, aber für mich ist die BeautyBlogger Community und das ganze Drumherum nciht mehr das, was es vor ein paar Jahren vielleicht mal war.

Vielleicht habe ich mich ja auch geändert - meine Prioritäten liegen mittlerweile jedenfalls wo anders. Dieser herz- und kopflose Konsum, der einem überall entgegengedrückt wird, überfordert mich.
Ich kann nicht mehr zur Ruhe kommen, wenn ich immer und überall mit allem und jedem mithalten können will.

Mein ganzes Zeug erdrückt mich, nimmt mir die Luft zum Atmen.
Wie soll ich bitte 20 Lippenstifte benutzen?
Wie soll ich die 100 Bücher in meinem Regal jemals lesen, wenn ich doch den ganzen Tag arbeiten muss, um sie mir leisten zu können?

Seit Jahren träume ich davon, wieder mit dem Schreiben anzufangen. Damit meine ich nicht Blogs, sondern Geschichten und Bücher. Aber immer war irgendetwas anderes wichtiger - ein neuer Post für meine Leser, ncoh eine Stunde zocken, nochmal kurz in die Stadt, schauen was es Neues gibt.

Das ist nichts mehr für mich.
Ich habe radikal aussortiert. Teilweise ganze Möbelstücke geleert und verkauft. Allmählich kann ich in meiner Wohnung atmen. Mein Kleiderschrank ist nicht mehr überfüllt, sondern übersichtlich.
Das fühlt sich gut an und ich möchte, dass das so bleibt,
Ich will nciht mehr von Trends gejagt werden, die mir doch eh nicht stehen. Ich brauche nicht 3 Mascaras, wenn eine ihren Job tut.
Und ich muss nicht als 20.te einen MAC Lippenstift vorstellen, den man vorher schon an 19 anderen Lippen bewundern durfte.

Kosmetik und Schminken wird weiter mein Hobby bleiben. Aber nicht in einem Ausmaß, das ich nicht beherrschen kann.

Ich verurteile niemanden, der sich gerne und viel Schminke kauft - aber ich bin durch damit.

Mein Hobby das Bloggen möchte ich aber wieder weiter ausbauen, mit einem Neubeginn.
Meine Prioriäten und Ziele haben sich geändert und rosaschminktisch passt nicht mehr zu mir.

Es tut mir in der Seele weh, diese Zeilen zu schreiben. Aber ich habe mich verändert, bin innerlich gewachsen und trete nun eine Reise zu mir selber an, die über Schminke und Make Up hinausgeht.
Ich möchte den Fokus mehr auf das legen, was mich wirklich glücklich macht.
Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe mich selber in den letzten Jahren verloren und vieles aufgegeben was mir wichtig war, nur um noch etwas höher, schneller und weiter springen zu können.
Darum möchte ich ein noch größeres Abenteuer bestreiten, als ich es hier und in meinem bisherigem Leben getan habe.

Wenn mir von euch jemand dabei folgen möchte, freue ich mich, wenn ihr mich auf meinem neuem Blog Simply Happy besucht.

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute ♥


Kommentare:

  1. Dein Post ist seit langem der Beste, den ich gelesen habe. Du sprichst mir quasi aus der Seele. Ich kann Deine Einstellung so gut nachvollziehen und es ist leider eine traurige Tatsache, dass sich die Beautyblogger-Welt sehr zu ihrem Nachteil verändert hat. Ich bin jetzt seit 6 Jahren dabei und habe immer nur hobbymäßig gebloggt, wobei ich natürlich auch die typischen Fehler gemacht habe, von wegen XXL-Käufe, nur, um mithalten und etwas zeigen zu können. Vor ein paar Jahren habe ich mich so belastet mit meinen vollen Schubladen gefühlt, dass ich seither vieles verschenkt oder verkauft habe und sehr bemüht bin, bei jedem dekorativen Kauf 2 x zu überlegen, ob ich das Produkt wirklich haben möchte.

    Es gelingt mir nicht immer, da bin ich ganz ehrlich, aber im Vergleich zu früher hat ein 70 %-iges Umdenken stattgefunden. Auf meinem Blog finden sich einige Posts über ältere Kosmetik, auch kaufe ich nur günstige Sachen überwiegend. 30 Euro für einen Lippenstift o.ä. dürfen vielleicht mal sein, aber nicht regelmäßig, geschweige denn, komplette LEs, egal aus welcher Preisklasse, aufzukaufen...

    Ich finde es wichtiger denn je, dass man authentisch und ehrlich bloggt und ich glaube leider, dass seit es zig Kooperationen gibt, viele nur noch Wert auf SEO, Followerzahlen und den vermeintlichen Erfolg legen, dass gerade diese Dinge teilweise verloren gegangen sind und somit ist so mancher Blog aus meiner Leseliste geflogen. Ich kann einige Bloggerinnen überhaupt nicht mehr ernst nehmen, da werden wirklich Klischees wie Oberflächlichkeit und übertriebener Konsum bedient.

    Ich werde Dir auf Deinem neuen Blog jedenfalls sehr gerne folgen! Liebe Grüße und ein schönes Wochenende.

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  2. Ich kann deine Entscheidung verstehen. Bei mir ist es nicht ganz so schlimm, aber gewisse Ansätze ähnlich. Ich fühle mich auch teilweise von meiner Sammlung einfach erschlagen. Habe jetzt 4,5 Monate nichts neues gekauft, bis gestern dann doch 4 neue Lidschatten zu einer Bestellung gelockt haben. Aber immerhin ist es bei 4 geblieben. Auf der anderen Seite habe ich aber gerade auch wider bestimmt 20 Pigmente weiterverkauft und viele Samples verschenkt. Wenn ich mich mal wieder aufraffen würde etwas einzustellen würde es sicher noch mehr werden. So viel zu haben ist wirklich irgendwie erdrückend. In letzter Zeit blogge ich auch um einiges weniger. Wird bestimmt wieder mehr werden, aber mich mit anderen zu "messen", das versuche ich schon lange nicht mehr, das ist mir zu anstrengend.

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